Südafrika
Mehr als die Hälfte unserer Reise durch Südafrika ist nun schon vorbei. Wir sind jetzt im Qua Qua Nationalpark an de Grenze von Lesotho. Wieder einmal wohnen wir in einer stilvollen Unterkunft mitten im Busch. Hier mitten im Nationalpark haben wir uns eine kleine Lodge gemietet. Auf Hang der Berge liegt unsere mit Stroh gedeckte Hütte; daher auch der Name Welgedacht. Vor uns liegt nur noch Buschland. Die nächste Ortschaft, ein kleines Nest, liegt etwa 50km entfernt. Die Aussicht ist phantastisch. Alles hier ist zwar recht einfach, doch gerade darin liegt hier eigentlich auch der spezielle Reiz; man lebt mitten in der Natur. Heute Morgen beim Frühstück im Freien hatten wir schon den ersten Besuch. Ein Straußenpaar wollte sich uneingeladen beim Frühstück bedienen und ließ sich von uns auch nicht stören oder vertreiben. Später kamen noch einige friedfertige Antilopen vorbei.
Tierbegegnungen hat man in Südafrika mehr als genug. Schon in Kapstadt zu Beginn der Reise hat man die ersten Tiererlebnisse. Noch außerhalb des Nationalparkes am Kap der Guten Hoffnung hatten wir die erste Begegnung mit Pinguinen. Vor einem gemeinsamen Bad mit den Vögeln schreckten wir jedoch aufgrund der Kälte des Wasser zurück. Das sturmgepeitschte Kap der Guten Hoffnung ist mit Cormoranen, Tölpeln und anderen Seevögeln belagert. Selbst die ersten Strauße, Paviane und Antilopen waren dort zu finden. Die Lage von Kapstadt selbst ist atemberaubend. Vom Tafelberg hat man bei gutem Wetter eine traumhafte Aussicht auf die Stadt, auf den Atlantischen und Indischen Ozean. Nicht umsonst gilt Kapstadt als eine der schönsten Städte der Welt.
Von Kapstadt fuhren wir weiter nach Franschoek, einer alten Ansiedlung der Hugenotten. Die Region ist heute bekannt für die Produktion von erstklassigen Weinen. Davon haben wir uns auch mehrfach bei Weinproben überzeugen können.
Unsere nächste Station war Springbok im Namaqualand. Dort übernachteten wir stilvoll in kleinen aus Stroh und Korb geflochtenen Namastathütten.
Als nächstes besuchten wir den Augrabis Nationalpark mit seinem riesigem Wasserfall. Der Augrabis Nationalpark ist unter anderem bekannt für seine große Population von Nashörnern. Wir sahen dort jedoch auch die ersten Giraffen der Reise und Oryxantilopen. Die Mittagshitze ließ sich dort wunderbar im Pool des Camps ertragen. Die Nächte waren angenehm kühl und klar, sodaß wir einen atemberaubenden Sternenhimmel bewundern konnten.
Weiter ging unsere Reise in die Kalahari Wüste zum Kalahari Gemsbok Nationalpark. Hier war man nun so richtig mitten in Afrika. Nachts außerhalb der eingezäunten Camps brüllten Löwen und heulten Hyänen. Die ersten Löwen, eine ganze Familie, sahen wir bereits kurz nach der Einfahrt in den riesigen Nationalpark unter einem großen Baum im Schatten liegen.
Vorbei an Knuherden, Unmengen von Springböcken und Oryxantilopen fuhren wir bis zum nördlichen Ende des Parks zum Mather Camp. Schnelles Fahren ist nicht nur wegen der unbefestigten Piste nicht möglich, sondern auch wegen der Unzahl von Tieren, die ständig die „Straße“ kreuzen. Außerdem sieht man nur bei langsamer Fahrt viel von der Tierwelt. Geparden oder Leoparden sind sonst zumeist nur schwer auszumachen. Das Verlassen der Fahrzeuge ist außerhalb der eingenzäunten der Camps nicht erlaubt. Bei der großen Anzahl von Raubtieren, die im Park vorkommen, ist dies auch nicht unbedingt ratsam. Was hier im Qua Qua Nationalpark aufdringlichen Straußen vorbehalten ist, erledigen im Mather Camp kleine freche Zwergpapageien. Den Frühstückstisch unbewacht zu lassen ist eine sträfliche Angelegenheit. Plünderer kommen sofort angeflogen.
Weiter ging unsere Reise nach Kimberley. Dort befindet sich das größte Loch, das jemals von Menschenhand gegraben wurde. Es stammt aus der Zeit der Diamantenminen. Die größten Diamanten der Welt wurden direkt bei Kimberley gefunden. Übernachtet haben wir in Kimberley in Gefängniszellen. Im Gegensatz zu den früheren Gästen dürften wir die jedoch jederzeit verlassen. Das alte Gefängnis der Stadt wurde zu einem Hotel umgebaut. Man versicherte uns, der Swimmingpool sei auch erst nachträglich gebaut worden und hätte nicht zur Grundausstattung des Gefängnisbaues gehört.

Bloemfontein war unser nächstes Ziel. Dort verbrachten wir die Nacht in einem Eisenbahnwagen. Wir mußten dazu aber keine anstrengende Nachtfahrt mit der Bahn unternehmen, sondern mieteten den Wagen auf einem Campingplatz. Pro Person standen uns nun je ein Abteil zur Verfügung. Selbst Duschen und WC waren eingebaut. Auch die angrenzende Küche konnte benutzt werden. Unsere nächste Fahrt führte uns nun hierher in den Qua Qua Nationalpark. Die letzten Kilometer waren aber dann auch die bisher abenteuerlichsten der Reise. Ein bis zur Unkenntlichkeit deformierter Pfad führte uns den Berg hinauf durch ein kleines Flußbett zu unserer Hütte. Zwischendurch waren wir uns nicht sicher, ob unser Auto dies überhaupt schaffen konnte.

Zu Ende ist die Reise ist allerdings noch lange nicht. Morgen werden wir eine Wanderung im Golden Gate Nationalpark unternehmen, um unsere ersten Zebraherden zu sehen.
Vorbei an den Drakensbergen werden wir in den nächsten Tagen zum Spionskop Nationalpark fahren. Dort wollen wir einen Ausflug zu Pferd unternehmen. Mit Pferden ist es am einfachsten sich den dort heimischen Nashörnern, Zebras und Giraffen zu nähern; selbst für absolute Nichtreiter soll das dort ganz einfach sein. Das Zeltcamp befindet sich im Nationalpark direkt am See. Man kann dort sogar ohne Gefahr baden. Unsere letzten Tagen werden wir dann nördlich von Durban im Ferienort Umhlanga Rocks verbringen. Wir haben uns bereits jetzt ein Wohnung mit Pool direkt am Strand gemietet. Das Meer selbst ist aufgrund der Haie und der starken Strömung nicht unbedingt zum Baden geeignet.