Peru - Reise durch die Anden
Jetzt sind wir bereits einige Stunden mit der Andenbahn von Cuzco aus unterwegs durch das Hochland Richtung Titikakasee. Wider Erwarten fuhr der Zug pünktlich los. Mit der Ankunft in Puno wird es wohl ein klein wenig anders aussehen. Doch das ist auch recht egal. Die Fahrt alleine ist wiederum ein Highlight unserer Reise durch das Hochland von Peru und Bolivien. Wir sitzen hier bequem in einem recht komfortablen Waggon und lassen eine faszinierende Landschaft an uns vorbeiziehen. An jedem der vielen kleinen Bahnhöfe kommen Händler an den Zug und verkaufen vor den Fenstern frisches Brot, Käse gefüllte Kartoffeln und Paprikas. Aber auch im Zug fahren im letzten Waggon Frauen mit, die bei jedem Stop des Zuges Lebensmittel verkaufen. Selbst Chicha ein leichtes einheimisches „Bier“ aus Mais wird frisch aus einem großen Eimer verkauft. Wer will kann sich allerdings auch vom Bordrestaurant mit einem Menü verwöhnen lassen. Der Verzehr bei dem Geschaukel des Zuges ist allerdings wohl nicht so einfach. – Jeden Moment erwartet man das der Zug aus den Schienen springt.
Langsam verändert sich die Landschaft und wird immer karger. Gestartet sind wir auf einer Höhe von etwa 3600m. Der Zug wird sich auf eine Paßstrecke von etwa 4300 hinaufkämpfen müssen. Im Hochtal von Cuzco war die Vegetation schon recht spärlich, doch hier kurz vor dem Pass wächst nur noch Gras. Dennoch ist diese Region des Hochlandes noch immer bewohnt. Die Menschen leben vom Anbau winziger Kartoffeln und vor allem von Ihren Alpakaherden.
In dieser Höhe gibt es unzählige dieser Tiere. Alpakas werden hauptsächlich zur Gewinnung von Wolle gehalten. Doch auch ein gutes Alpakasteak ist nicht zu verachten. Als Lasttiere sind sie allerdings ungeeignet. Teilweise stehen die halbwilden Herden direkt an den Gleisen. Wir haben mal wieder einen traumhaften Tag erwischt. - Strahlenden Sonnenschein und einen tiefblauen Himmel! Da der Zug nicht übermäßig schnell fährt, ist es auch nicht so gefährlich, auf den Trittbrettern der Eingangstüren des Wagens im Freien zu stehen. Die Gefahr eines möglichen Sonnenbrandes sollte man allerdings nicht vernachlässigen.
Obwohl es am Tag trotz der Höhe von etwa 4000 m recht warm ist, sind die Nächte eisig kalt. Feuerholz oder sonstiges Brennmaterial haben die Menschen zum Heizen hier nicht.
Auf jeden Fall hat man während dieser Fahrt auch einmal die Gelegenheit die Eindrucke der bereits vergangen Tage der Reise zu verarbeiten.
Wir sind zwar erst knapp eine Woche unterwegs in Peru, doch haben wir seit dem ersten Tag in Lima schon so vieles erlebt und gesehen, daß es allen schon viel länger vorkommt.
In Lima besichtigten wir die Reste des kolonialen Erbes der Stadt; Kathedralen, Kirchen und Märkte. Nach nur einem kurzen 1 stündigen Flug erreichten wir Cuzco. Durch die ungewohnte Höhenlage verbrachten wir den ersten Tag etwas ruhiger und besichtigten die Kathedrale und auch die ersten Inkamauern. Durch die geringste Steigung oder durch kleinere Treppen kommt man schon außer Atem. Um sich leichter an die Höhe anpassen zu können, trinkt man hier Mate de Coca Tee. Das sind einfach nur mit heißem Wasser aufgebrühte Cocablätter. Der Geschmack ist recht fade, obwohl einige der Gruppe recht versessen auf das Zeug sind. Um davon berauscht zu werden muss man allerdings etwa einen Hektoliter dieses Gebräus innerhalb einer Stunde zu sich nehmen. Coca zählt hier in Peru und Bolivien deshalb auch nicht zu den Drogen. Ein Pisco Spur ist da doch etwas anregender.
Sehr gewöhnungbedürtiges ist auch das peruanische Festtagsessen. - gegrilltes Meerschweinchen "Cuy"! !
Oberhalb der Stadt liegt die Inkafestung Sacsayhuaman mit ihren riesigen Maueren. Dort kann man auch auf Pferden die nähere Umgebung erkunden.
Im Valle Sagrado, dem heiligen Tal der Inkas besichtigten wir den Indiomarkt von Pisac und die nahegelegenen Ruinen und die Inkafestung von Ollantaytambo
Von dort aus ging es mit der Schmalspurbahn weiter Richtung Aquas Calientes und Macchu Picchu. Wir stiegen allerdings schon am Kilometer 102 aus und wanderten auf dem Inkatrail. Eine fünfstündige, nicht allzu anstrengende, Wanderung führte uns vorbei an der Inkastadt Winywayna zu einer Berghütte auf der wir übernachteten.
Währende der gesamten Strecke und auch von der Hütte aus hat man einen Traumblick auf Tal des Urubambaflusses. Von der Berghütte aus trennte uns nur noch eine kürzerer durch den Dschungel vom Puerta del Sol und von Macchu Picchu. Kurz vor Sonnenaufgang ging es dann am nächsten Tag auch schon los. Am frühen Morgen ist die alte Inkastadt am beeindruckendsten . Die Ruinen waren kurz nach Sonnenaufgang noch in dichten Nebel gehüllt.
Langsam aber sicher wurde die ganze Stadt von der aufgehenden Sonne „freigelegt“. Nur über dem Regenwald rund um die Stadt zogen noch die Nebelschwaden. – Ein absolut unvergeßliches Erlebnis! Wer nach der Wanderung und der ausführlichen Besichtigung der Ruinen noch immer nicht genug hat, kann den schwindelerregenden Pfad auf den Huayna Picchu erklimmen. Nach dieser weiteren Aktion ist allerdings jeder reif für die heißen Quellen von Aquas Calientes. – Ein hervorragende Möglichkeit die Zeit bis zum Rückfahrt des Zuges nach Cuzco zu verbringen.
Doch noch liegen fast zwei interessante Wochen vor uns. In Puno werden wir mit dem Boot auf dem Titikakasee zu den schwimmenden Schilfinsel der Urus fahren. Von Copacabana aus, direkt am See gelegen, besuchen wir die heilige Insel der Inkas, die Isla del Sol, wo wir eine längere Wanderung unternehmen werden. Von dort ist dann au ch das erste mal die Gebirgskette der Königskordilieren zu sehen.
Weiter geht’s mit dem Linienbus nach La Paz, der höchst gelegenen Hauptstadt der Welt. La Paz ist eine Stadt, die aus einer Ansammlung unzähliger Indiomärkten besteht. Dort wohnen wir direkt im Zentrum beim Hexenmarkt. Die Stadt ist in einem riesigen Talkessel unterhalb gewaltiger Berge gelegen. Dort hat man die Gelegenheit zum Einkaufen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit mit dem Minibus hinauf in die höchsten Regionen der Anden zu fahren. Auf den nahegelegenen Chakaltaya führt eine „Straße“ bis auf 5600m Höhe. Tiahuanaco liegt etwa 80 km entfernt von La Paz auf der Alti Plano. Dort befinden sich die Pyramiden und Kultstätten einer bedeutenden Prä-Inka-Kultur. Weiter geht’s mit dem Linienbus nach La Paz, der höchst gelegenen Hauptstadt der Welt. La Paz ist eine Stadt, die aus einer Ansammlung unzähliger Indiomärkten besteht. Dort wohnen wir direkt im Zentrum beim Hexenmarkt.
Von La Paz aus werden wir zum Abschluss der Reise für 2 Nächte nach Coroico in die Yungas fahren. Eines spektakuläre Straße mit schwindelerregenden Ausblicken wird uns dort hinführen. Dort erwartert us ein tropisch warmes Klima mit Urwald und Cocaplantagen.