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Peter

Indonesien - Java - Bali - Lombok

 

Segelschiffe$20in$20Jakarta

An einem grauen Novembertag sollte es nun zu unserer Reise durch Indonesien losgehen. Doch dann empfing uns Indonesiens Hauptstadt Jakarta ebenfalls mit diesigem Himmel, tropischer Schwüle und einer Luftfeuchtigkeit die zum Schneiden war.

Jakarta, die größte Stadt des Inselstaates hat außer seinem urtümlichen Segelschiffhafen Sunda Kelapa nicht viel zu bieten. So fuhr unsere Gruppe von 13 Personen (10 Männer und 3 Frauen) bereits am nächsten Morgen mit der Bahn nach Bandung in den Bergen Javas. Dort erwarteten uns tiefgrüne Teeplantagen und rauchende, nach Schwefel stinkende Vulkane. Beim Abstieg in den Krater des Tangkuban Prahu kann man sich leicht die Füße in kochendem Wasser verbrühen.

Reisterassen auf BaliMit der Bahn ging es weiter durch traumhafte Reisterrassen, vorbei an grasenden Wasserbüffeln nach Yogjakarta. Diese Bahnstrecke ist wohl eine der schönsten Strecken überhaupt. Bei geöffneten Türen während der Fahrt läßt sich die Strecke am besten genießen. An jedem der kleinen Bahnhöfe werden die Reisenden mit Ananas, gegrillten Hühnchen, mit Reis und Getränken versorgt.

Yogja ist noch immer die Stadt der Fahradrikschas. Zu Fuß gehen ist beim Überangebot dieses Transportmittels unmöglich. Die Stadt liegt im Schatten des Vulkans Merapi; einer der tätigsten Vulkane der Welt, der allerdings zumeist in Wolken verhüllt ist. Überall in der Stadt ist Gamelanmusik, die für europäische Ohren etwas gewöhnungsbedürftig ist, zu hören, die die Aufführungen der traditionellen Tänze, des Puppenspieles und Schattenspieles „Wayan Kulit“ begleiten. Selbst in vielen der unzähligen guten Restaurants finden diese Veranstaltungen statt, wobei wir selbst nach Beendigung der Vorstellung an die Gamelaninstrumente, zumeist Gongs, gebeten wurden. Ein Ohrenschmaus war dies sicherlich nicht, Spaß gemacht hat es trotzdem. Im Kraton, eine Stadt in der Stadt, liegt der Palastkomplex des Sultans. Noch heute ist dieser Palast vom Sultan bewohnt. So bekommt man einen guten Eindruck von all dem Prunk der hier einst herrschte.

Stuppas in BoroboburNicht weit von Yogja liegt der berühmte Borobudur, eine Stufenpyramide mit unzähligen Stupas und Buddhafiguren, zusammengefügt aus über zwei Millionen Steinquadern. Neben dem Borobudur Tempel zählt der Prambanan, ein hindu-javanischer Tempel zu den Höhepunkt einer Reise durch Indonesien.



Gruppenbild auf dem BromoWeiter ging unsere Fahrt mit dem Bus hinauf in die Berge zum Bromo Tengger Nationalpark. Der Bromo ist der am meisten besuchte Vulkan Javas. – Doch das auch nicht ohne Grund. Vor Sonnenaufgang herrscht hier oben in einer Höhe von etwa 2000m reger Betrieb. Es lockt der Sonnenaufgang am Kraterrand, den man nach einer etwa 1-stündigen Wanderung durch das Sand- Rußmeer des äußeren Kraters erreicht. Leicht fröstelnd steht man auf abschüssigem Grat zwischen stinkenden Schwefelschwaden und wartet auf einen phantastischen Sonnenaufgang. Eine weitere Wanderung führte uns auf den Gipfel eines weiteren Aussichtspunktes, der zu unserem höchsten Glück mit einem kleinen dezenten Kiosk ausgestattet war. – Einfach unglaublich! – Doch das heimische Bintang-Bier, als Radler genossen, schmeckte uns vorzüglich. Am Abend fällt die Temperatur auf etwa 5 Grad ab. Die Restaurants verwöhnen Ihre Gäste deshalb mit einem Reisglühwein, der zumindest die Gesichter unserer Gruppe zum Leuchten brachte.

Nach einer weiteren Bus- und Fährfahrt erreichten wir Bali. Die Balinesen selbst nennen Ihre Heimat Pulau Dewata „Insel der Götter“. Jedes Haus in Bali verfügt über seinen eigenen kleinen hinduistischen Tempel. Geopfert wird bereits am frühen Morgen, um die Götter für den Tag und die Geschäfte günstig zu stimmen. Das religiöse Jahr auf Bali hat über 200 Feiertage. Man kann sich also der Vielzahl der Tänze und Tempelfeste nicht entziehen. Wir wurden als Touristen freundlich aber auch neugierig betrachtet. – Die Liebenswürdigkeit der Menschen hat uns alle erstaunt. Kuta Beach, der Haupttouristenort ist das „Mallorca“ der Australier, laut hektisch und ganz und gar nicht balinesisch. Als Ausgangspunkt für Besichtigungstouren ins Innenland aber eignet sich Kuta bestens. Wir besichtigten die traumhafte, auf einer kleinen Insel gelegene Tempelanlage von Mengwi „Pura Taman Ayu“ , umgeben von Lilien und Lotusblüten.


balinesischer$20TempelDer Nationaltempel „Tanah Lot liegt idyllisch auf einem Fels im Meer. Jeden Abend wiederholt sich dort ein atemberaubendes Farbenspiel; die Sonne versinkt blutrot hinter dem Felsen. Bei einer frisch geöffneten Kokosnuß ist dies ein perfekter Abschluß eines weiteren traumhaften Tages. Wir besichtigten die schönsten, zwischen grünen Reisterrassen in Schluchten gelegenen Tempelanlagen Balis. Der interessanteste Tempel allerdings war eine kleine unbedeutende Anlage abseits der Straßen weit im Innenland der Insel. Frauen, Männer und Kinder trugen farbenprächtigste Kleider. Der Tempel selbst war mit bunten Fahnen, Schirmen und Blumen kunstvoll geschmückt. Auf dem Vorplatz des Tempels fanden Hahnenkämpfe statt. Für uns Europäer war dies ein ungewohnter und recht grausamer Anblick. Die Hähne bekamen kleine messerscharfe Klingen an die Beine gebunden. Beide Hähne werden aufeinander losgelassen – der Kampf endet erst mit dem Tod eines der Tiere. Die blutige Art des Hahnenkampfes ist auf Bali eigentlich verboten, doch darum kümmert man sich anscheinend nicht. In diesem Ort gab es sicherlich Ayam Goreng - gebratenes Hähnchen - zum Abendessen.


Candi DasaCandi Dasa war unsere nächste Station auf Bali – ein recht verschlafener kleiner Ort direkt an der Küste. Es gibt dort kleine Strände und draußen im Meer vorgelagerte Korallenriffe. Die Flut donnert am Abend sehr stark gegen die Küste, ein großer Teil des Strandes wurde deshalb abgespült. Das Panorama von unserer schönen Bungalowanlage aus ist beeindruckend; draußen im Meer liegen mehrere große Felseninseln, zu denen man sich mit dem Segelboot durch das Riff zum Schnorcheln fahren lassen kann. Dort erschloß sich uns eine farbenprächtige Unterwasserwelt.

Ein Höhepunkt in Candi Dasa ist allerdings auch das vorzügliche Essen in vielen kleinen Lokalen. Das Angebot recht über Fisch, Garnelen, Krabben und wahnsinnig guten frischen Fruchtsäften. Vom nahen Dorf Tenganan, indem die Bali-Aga leben, ein Stamm, der die moderne Zivilisation aus dem Dorf verbannt hat, wanderten wir über die Berge zurück nach Candi Dasa. Die Ausblicke hinunter zur Küste war traumhaft – allerdings sehr schweißtreibend. Unsere Wanderung führte uns durch dichten Dschungel, und später steil hinab über Terrassenfelder. Bei der großen Hitze keine leichte Angelegenheit – aber unbedingt lohnenswert. Frischer Ananassaft sollte uns am Ende der Wanderung für die Anstrengungen entlohnen.

DSC00785Von Bali aus ging es weiter mit Fähre und Bus auf die Nachbarinsel Lombok, die vom mächtigen Vulkan Rinjani dominiert wird. Die Tier- und Pflanzenwelt hat hier schon eindeutig australischen Einschlag. An Stelle tropischer Regenwälder treten hier vermehrt trockene Savannen auf. Allein der Riesengecko, der sich allabendlich in meinem Zimmer in Batu Bolong einfand war abenteuerlich. Doch Gerd Gecko , wie wir ihn nannten verspeiste wenigstens die lästigen Moskitos.

Die ursprüngliche Bevölkerung Lomboks, die Sasak, wurden bereits im 17. Jahrhundert mit dem Islam konfrontiert. Allerdings wohl nicht so besonders erfolgreich. Die heutige Religion nennt sich Wetu Telu (Wetu – Ergebnis / Telu – drei); es sind dabei unter anderem die Wurzeln der Religionen Hinduismus, Islam und die der Naturreligion der Sasak gemeint. Die Menschen hier sind äußerst freundlich und haben schon melanesischen Einschlag.

Sennegigi ist der Haupttouristenort der Insel; wirkt aber ziemlich verschlafen. Nördlich von Sennegigi besuchten wir mit Mopeds traumhafte einsame Strände. Mit dem Motorrad kann man auf Lombok in völlig abgelegene Gegenden vordringen. Das Betanken der Mopeds führte auf dem Land immer wieder zu einem Volksauflauf, man bestaunte uns neugierig und interessiert. Weit abgelegen im Süden der Insel liegt Kuta - nicht vergleichbar mit Kuta Beach auf Bali -, hier trifft man auf traumhafte feine Sandstrände mit türkisblauen Wasser.

Traumhaft schön sind die der Westküste vorgelagerten Gillis; drei kleine Inselchen mit weißem Sandstrand und wunderschönen Korallenriffen zum Schnorcheln und Tauchen. Leider bedeutete Lombok auch schon das Ende unserer Reise.